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Weltreise

5000 Kilometer Outback

The road must go on. Finally, es ist vollbracht. Nach langem Warten mein vorerst letzter Blogeintrag über Australien.

Am 29. August war es nun soweit. Es geht weiter und dieses Mal durchs Outback. Ein langer Trip von Cairns über Alice Springs zum Ayers Rock und danach hoch nach Darwin. Am Ende sollten es über 5000 Kilometer sein und das innerhalb von 12 Tagen. Der Weg ist das Ziel 🙂
Um 8:30 Uhr holten mich Leo und Julius mit ihrem Backpacker Bus ab. Ein sehr zuverlässiges Fahrzeug. Farbe weiß, auf der Seite 4 Skelette. Ein paar Macken hatte das Auto. Die Stoßdämpfer waren wohl alle kaputt. Das hatten wir auf einer Dirtroad zu spüren bekommen. Aber dazu später. Die Tankanzeige bewegte sich nicht mehr, aber wenn man die Kilometeranzeige nach dem Tanken zurückstellt und weiß wieviel das Auto frisst, ist das kein Problem. Die Handbremse zog nicht richtig – immer den ersten Gang rein machen. Die Heckklappe ging schwer zu und man lief Gefahr beim Versuch die Klappe zu zu machen, einen Teil davon in den Händen zu behalten. Vorne gab es zwei Sitze und einen Notsitz. Der war ohne Anschnaller. Ok, es gab einen Anschnaller aber kein Gegenstück zum einrasten. Trotzdem der Anschnaller musste immer befestigt aussehen. Für den Fall, das uns die Polizei anhält. Die Strafen in Australien sind ziemlich hoch. Ach ja, und der erste Gang ging manchmal schwer rein. Aber irgendwas ist ja immer an einem Neuwagen. Das war der running gag, falls mal wieder was nicht so ging wie es sollte 🙂
Heute fuhren wir 800 Kilometer. Wir wollten Kilometer schrubben um nach hinten raus mehr Zeit zu haben. Unsere Reise war durch den Flug von Jonas am 11. September limitiert. Übrigens ging mein Flug am Freitag den 13. September nach Bali. Gut dass von uns keiner Abergläubisch ist. Außer einem kleinen Motorradunfall, zwei Ohrentzündungen und einer Lebensmittelvergiftung ist mir auch in Indonesien nichts passiert. Aber ich will jetzt nicht zu viel spoilern 😉
Auf dem Weg zum Outback ging es wieder durch Ravencrow durch. Ein bekannter Ort. Durch den bin ich schon mit Julien gefahren.
Das Outback ist ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Ich dachte die Vegetation wäre viel dünner. Die Erde ist rot, das entsprach meinen Erwartungen. Aber hier gibt es viele viele Büsche und auch einiges an Tieren. Die Straßen sind auf der Ost-West-Verbindungsstraße teilweise sehr schmal mit nur einer asphaltierten Spur mit breiten dirt Schultern. In der Regel ist das kein Problem, falls ein kleines Fahrzeug entgegenkommt. Dann teilt man sich den Asphalt halt. Halb dirt und halb Asphalt, für jeden. Anders sieht es aus, wenn einem ein road train entgegenkommt. Ein road train weicht niemals aus. Das ist ein Naturgesetz das man beachten muss. Im Zweifelsfall siegt immer der road train. Zum Thema Kängurus etwas später mehr. Aber eines vorweg. Viele Kängurus werden von den raod trains platt gemacht. Wenn die nachts fahren merken die wahrscheinlich noch nicht einmal, wenn sie wieder ein Tier tod gefahren haben. Einige Kühe haben wir auch am Straßenrand gesehen. Kein Problem für einen road train. Die haben teilweise 4 Anhänger und sind so schwer, dass sie einen sehr langen Bremsweg haben. Ausweichen ist keine Option für einen road train. Back to the topic. Anfangs dachten wir, der road train würde das gleiche Spiel, das wir mit den Auto gespielt hatten, spielen. Mit 80 Km/h auf dirt auszuweichen ist nicht so angenehm. Vor allem wenn das Auto keine allzu guten Stoßdämpfer hat. Mit der Zeit sind wir dann etwas langsamer gefahren, wenn uns ein road train entgegen kam. Dennoch es was immer wieder ein nerven Kitzel. Ich war froh, wenn einem schmalen Stück Straße wieder ein breites Stück folgte. Breit, schmal, breit, schmal, breit, schmal, das ging einige Male so.
Wir wollten einige Kilometer heute machen. Daher machten wir den Fehler in der Dämmerung zu fahren. Ein fataler Fehler auf dem Teilstück. Pünktlich zur Dämmerung kommen die suizid gefährdeten Kängurus zur Straße. Das sind einige! Normalerweise läuft es so ab: Die Kängurus kommen zur Straße sobald sie das Licht sehen. Just in dem Moment in dem das Auto vorbei fährt spring es davor. Mir ist klar, dass das Outback mit der Zeit langweilig wird. Hier sieht alles gleich aus. Mal ein bisschen mehr und mal ein bisschen weniger Vegetation. Aber Kängurus, das ist doch kein Grund massenhaft Suizid zu begehen. Wie auch immer. Am Ende ist uns eines der kamikaze Kängurus vors Auto gelaufen. Wir haben es wohl gestreift und es hüpfte noch in den Büschen rum. Wahrscheinlich ist es ein paar Stunden später verendet. Verdammt nochmal. Wir haben noch versucht auszuweichen. Aber das Känguru ist dem Ausweichmanöver gefolgt – Klirr. Am Bus ging nichts kaputt. Jedenfalls nichts was nicht schon vorher kaputt war. Die Frontblende hatte schon vorher einen langen Riss. Ihr wisst, irgendwas ist immer an einem Neuwagen. Well, das war unsere erste und letzte Dämmerfahrt. Jedenfalls in einem Bereich in dem alle paar 100 Meter ein totes Känguru liegt. Wirklich kein Witz es sind extrem viele tote Kängurus und dann mal wieder vereinzelt eine tote Kuh. Die Aasvögel freuen sich und stellen dann wiederum eine Gefahr für Fahrzeuge dar. Hup hup, verschwindet ihr Viecher, sonst gibt es Vogelsuppe. Neben den Tieren ist im Outback die größte Gefahr, dass man vor Langeweile einschläft in der unendlichen Weite. Das ging soweit, dass wir ein Gesicht auf eine Papaya gemalt haben und sie Adolf nannten. Windhosen hatten wir auch vereinzelt gesehen. Weiß nicht wie gefährlich die sind. Südlich von Normaton haben wir dann Rast gemacht. Die Information über kostenlose Campingplätze hatten wir aus dem Camp 7. Ein dickes  Buch über alle Campingplätze in Australien. Dort steht auch drinnen ob sie kostenlos sind.
Beim Abendessen machen, dann die nächste annoyance. Millionen von Insekten. Auch wieder zutiefst suizid gefährdet. Man sah das Wachs der Teelichte vor lauter Insekten nicht mehr. Wenigstens war das Essen sehr gut. Julius war Koch in einem Restaurant an der Westküste. Wir haben fast immer fürstlich geschlemmt. Am Ende vom Tag haben wir im Bus mit geschlossener Tür gegessen. Die Insekten obsiegten. Heute schlief ich das erste Mal auf meiner Reise in einem Zelt und das im Outback 🙂 Nachts war die Temperatur angenehm. Nicht kalt, wie ich einige Male gehört hatte. Teilweise war es sogar zu warm in der Nacht. Es war toten still. Nichts weit und breit. Hier habe ich das erste mal bewusst die Milchstraße am Sternenhimmel gesehen. Erst dachte ich es wäre eine Wolke. Dann wurde es mir klar. Die Milchstraße war so hell, dass ich weniger Sterne sah als erwartet. Hin und wieder wurde die Stille durch einen road train unterbrochen. Nachts machen sie einem noch mehr Angst als am Tag. Riesige Monster die durch die Nacht irren. Ich hatte eine gute Nacht.

Das Outback lebt! Um 6 Uhr heute (30. August) flogen große Vogelschwärme durch die Gegend. Sie waren zu weit entfernt. Vielleicht waren es Papageien. Same procedure as yesterday. Den ganzen Tag fahren. Ganz wichtig im Outback ist der Outbackgruß. Geht im Grunde genauso wie bei den Motorradfahrern. Die einfache Ausführung ist das Strecken der Finger der rechten Hand. Man kann natürlich auch ganz normal winken. Das wird aber auf Dauer anstrengend. Der Gruß hilft auch dabei, das Gehirn bei der Monotonie nicht komplett abzuschalten. Mittags kamen wir dann in Mt. Isar an, einer Minenstadt. Kein besonders schöner Ort. Daher nur ein Transit für uns.  Wir haben angehalten um Wasser aufzufüllen. Leo musste zur Apotheke. Sie konnte auch nicht normal sitzen. Irgendwas war faul. Ihr ging es nicht gut. Nach dem Mittagessen ging es weiter. 750 Kilometer vor Alice Springs haben wir dann Rast gemacht. Dieses Mal rechtzeitig. Auf dem Rastplatz stand ein alter Backpacker Bus an dem schon einige Teile fehlten und die Scheiben eingeschlagen waren. Julius hat auch gleich die Chance genutzt und den Anschnaller vom Mittelsitz ausgebaut. Ich hatte mich immer gefragt warum manchmal ausgebrannte oder teilweise demontierte Autos am Straßenrand stehen. Das Aufbauen des Zeltes gestaltete sich heute schwer. Der Boden war kochenhart. Die Heringe gingen nicht in den Boden. Improvisieren war angesagt. Wasserkanister, Busch, Autoreifen, Gras, Schnürre. Alles kombiniert und am Ende bleibt das Zelt dann einigermaßen gut stehen. Heute gab es auch die erste Campingdusche. Der Wasserbeutel war die ganze Fahrt im Fussraum und angenehm warm. 22 Uhr -> Bett.

Another beautiful morning in the outback (31. August). The early bird catches the worm. Heute wollten wir wieder einige Kilometer schrubben. Leo ging es auch heute immer schlechter. Vor Tennant Creek wollte sie dann ins Krankenhaus. Sie hatte eine infizierte Wunde. Sie vermutete, dass es multiresistente Bakterien sind, die sie schon an der Westküste hatte. Sie sollte 2 Tage im Krankenhaus bleiben. Um Tennant Creek gab es nicht viel zu sehen, in einem Radius von ein paar hundert Kilometern. Leo war schonmal am Ayers Rock. Es war auch nicht klar ob sie noch länger im Krankenhaus bleiben muss. Daher entschieden wir zusammen, dass es das besste wäre, wenn Jonas und ich alleine zum Ayers Rock fahren und sie dann auf dem Rückweg abholen. Wir fuhren noch am gleichen Tag weiter. In Tennant Creek hatte ich das erste Mal Aborigines gesehen. An der Ostküste waren sie mir zumindest nicht aufgefallen. Hier waren sie überall. Leider war mein erster Eindruck, dass die meisten von ihnen ziemlich asozial sind. Es gab viele betrunkene. Sie saßen in Gruppen an der Straße und schienen dort rumzulungern. Ich fühlte mich hier nicht wohl. An der Straße vor Alice Springs haben wir dann gehalten. Das hatte zwei Gründe. Zum Einen gab es Mobilfunkempfang und zum Anderen wollten wir nicht in der Nähe von sozialen Brennpunkten auf der Straße schlafen. Leo ging es schon besser. Heute durfte ich mal im Auto schlafen. Hinten war eine große, dicke, bequeme Matraze drinnen. Wir schliefen mit offener Schiebetür, den Blick auf die Straße gerichtet. Von dort konnte ich den Sternenhimmel sehen. Hin und wieder fuhr ein Monster vorbei. In der Ferne heulten vereinzelt Dingos ansonsten war es still. Ich hatte mich ins Outback verliebt.

Kurz vor 6 Uhr wurde ich vom Heulen der Dingos geweckt (01. September). Außerdem hatte ich Nasenbluten. Komisch, das hatte ich schon lange nicht mehr. Das hatte ich noch einige Male im Outback und nur dort. Das Outback fordert seinen Tribut. Weiter gings nach Alice Springs. Erster Eindruck: viele asoziale Aborigines. Die Toilette sollte hier 50 Cent kosten. Sonst ist sie immer kostenlos in Australien. Leo hat bald Geburtstag. Daher wollte Jonas Alkohol kaufen. Der liquor shop macht hier aber erst nachmittags auf. Ich denke, das ist eine Maßnahme um die Aborigines vor sich selbst zu schützen. Allerdings gibt es auch einige nicht Aborigines, die ein Alkoholroblem haben. Der Alkohole ist nicht ohne Grund so teuer. Anyway, tanken, Wasser auffüllen, Geschirr abspülen, einkaufen und weiter geht’s. Übrigens kosten die Plastiktüten im Northern Teritory was. Eine sehr gute Maßname, wie ich finde. Lustig, die Straßenschilder am Ayers Rock sind mehrsprachig mit der ersten Sprache Deutsch. Da stand: Sicher fahren Pause machen. 30 Kilometer vorm Ayers Rock gings dann auf den kostenlosen Campground. Diese Fliegen. Fliegen, Fliegen, Fliegen. Die Fliegen waren bereits beim Mittagessen sehr nervig. Ganz normale Hausfliegen. Viele davon. Immer wenn sie sich auf deine Haut setzen, kitzelt es. Das treibt einen in den Wahnsinn. Abends waren sie auch da. Man konnte sich nicht hinsetzen und ausruhen. Sie trieben einen in den Wahnsinn! Ansonsten, das Outback blüht. Überall Blumen. Wunderschön. Das war wieder unerwartet für mich. Ich dachte  die Gegend wäre karger. Wir sind mitten im Outback und es sind Wolken am Himmer. In der Nacht hatte es sogar ein paar Tropfen geregnet und abends blitzte es sehr häufig. Verkehrte Welt.
Heute hatte ich gemerkt, dass mein Handy durch die Reparatur defekt war. Ich konnte nicht mehr telefonieren. Zur Feier des Tages gab es Goon. Das ist billiger Wein aus dem Plastikschlauch, den hier viele Backpacker trinken. Nebenbei bemerkt, war der Wein besser als der teure Wein auf Bali. Nachts war es wieder schwül. Daher waren Schiebetür und Heckklappe auf. Um die Heckklappe hatten wir ein Fliegengitter befestigt. Irgendwann mitten in der Nacht, bin ich aufgewacht, weil das Fliegengitter abgegangen war und an meinem Fuß hing, komisch. Ich dachte mir nichts bei und holte es rein. Außerdem schloss ich die Schiebetür. Ich war mir nicht sicher was da alles draußen rumläuft.

Am Nächsten Morgen (02. September) dann die Überraschung. Es war 5:30 Uhr und noch stockdunkel. Wir wollten zum Uluru sunrise. Komisch, die Mülltüte, die an der Anhängerkupplung befestigt war, war aufgerissen. Was ist das, eine Haferflockenspur. Wir folgten der gut sichtbaren Spur aus Haferflocke hinter Haferflocke mit der Taschenlampe. Am Ende der etwa 15 Meter langen Spur lag die Haferflockentüte. Feinsäuberlich aufgerissen und komplett leer gefressen. In der Nähe lag mein Früchtemüsli. Ebenfalls leer. Zurück am Auto stellten wir mit Erstaunen fest, dass die Schweine auch unser Toastbrot aufgefressen hatten. Bis wir neue Vorräte in Alice Springs kaufen würden, mussten wir vor allem beim Frühstück Abstriche machen.
Wie erwartet waren wir nicht die Einzigen, die auf die Idee kamen, zum sunrise point zu fahren. Dennoch, der Anblick war recht gut. Danach gings auf den Uluru. So war zumindest der Plan. Leider war es an dem Tag nicht möglich. Das Schild sagte, dass es heute zu heiß sei. Komisch, ich fand es gar nicht so schlimm. Es ist ziemlich umstritten ob Touristen auf den Berg sollten oder nicht. Die Aborigines sehen es auf jedenfall nicht gerne. Für sie ist er heilig. Auch gut, wir sind einmal um den Berg herum spaziert. Die Fliegen waren wieder nervtötend. Viele Touristen trugen Hüte mit Fliegengitter. Wir waren hart und ertrugen die Folter. Auch hier am Uluru blühte es überall. Sehr schön. Auf der einen Seite glaubte ich eine Darth Vader Maske im Fels zu sehen. An einer anderen Stelle konnte man direkt an den Monoliten heran und die rote Steilwand 300 Meter nach oben schauen. Insgesamt ziemlich beeindruckend 🙂
Weiter gings zu den Olgas, wir hatten einen Zeitplan einzuhalten. Die Olgas sind eine weniger beachtete Steinformation ein paar Kilometer entfernt vom Uluru. Ich hatte vorher nie etwas von den Olgas gehört. Zuerst sind wir in eine Schlucht. Die hatte mich nicht umgehauen. Die Felsen waren interessant. Es sah so aus als wären es runde Steine, die mit Lehm zusammengebacken sind um riesige Felsformationen zu bilden. Als nächstes wollten wir einen trail gehen. Leider waren wir zu spät dran. Die Ranger hatten den trail bereits geschlossen, weil es mittags angeblich zu heiß würde. Wir konnten nur zum ersten look out gehen. Danach ging es auf den Rückweg. Jonas wollte zurück zu Leo. Auf dem Rückweg hat Jonas, der alte Backpacker, Leute gesucht, die uns die Eintrittskarte für den Nationalpark abkaufen. Die Leute vom Nationalparkt hatten den Fehler gemacht, die Nummer vom Nummernschild nicht auf der Karte zu notieren. Am Ende hatte er sie dann einer ziemlich ärmlich aussehenden Backpackergruppe verkauft. Bei der Gelegenheit hatte ich dann auch meinen ersten Emu in Australien gesehen. Ein harmloser, schwarz gefederter Laufvogel, der die Statur eines Straussen hat. Das arme Tier sah so aus, als würde es jeden Moment einschlafen. Es war so langsam und träge, dass man es problemlos hätte anfassen können. Der Sprit ist nicht gerade günstig in Australien. Am Uluru ist er unverschämt teuer. Dort hatten wir nur soviel getankt um zurück zum Nord-Süd-Highway zu kommen, wo wir dann auch gleich tankten. Auf dem Weg Zurück erhielt Jonas dann eine SMS von Leo. Sie würde wohl noch 2 bis 3 Tage im Krankenhaus bleiben müssen. Ich wäre gerne länger am Uluru geblieben. Der Kings Canyon soll auch sehr interessant sein. Aber die Umstände hatten es nicht zugelassen. War trotzdem schön. Wie schon am Anfang von diesem Eintrag erwähnt, der Weg ist das Ziel. Heute sind wir auch im Dukeln gefahren. Mitten im Outback gibt es sogut wie keine Kängurus. Das kann man ganz leicht daran erkennen, dass hier kaum ein totes Känguru an der Straße liegt.
Vereinzelt liegt mal eine tote Kuh am Straßenrand. Kühe stellen aber keine Gefahr da. Für ein Auto sind sie zu langsam und der road train merkt es vllt. gar nicht, wenn er eine Kuh platt macht. 123 Kilometer vor Alice Springs, ging es auf den Rastplatz. Dort streunte ein Dingo rum. Wir waren gewarnt.

Am Morgen des 3. September war eine meiner Sandalen verschwunden. Arrr, ich hätte es mir denken können. Glücklicherweise hatte der Dingo nach ein paar Metern das Interesse verloren. Dem Schuh fehlte nichts. Vormittags ging es wieder nach Alice Springs rein. Wir hatten Zeit, schließlich würde Leo nicht so schnell entlassen werden. Hier ging die Handy Tragödie in die nächste Runde. Ich hatte mich darum gekümmert. Jonas versuchte ein Geschenk für Leo zu besorgen. Im Zentrum war ein kleiner Markt – ganz nett. Nachmittags dann weiter nach Tennant Creek. Auf dem Weg haben wir dann doch noch Kamele gesehen. Leo war in der Kinderabteilung untergebracht. Das Krankenhaus war nicht komplett besetzt und diente als Ausbildungsstätte. Zum Schlafen sind wir dann 10 Kilometer nach Norden zu einer alten Telegraphenstation gefahren und schliefen auf dem Parkplatz.

Jonas schlief noch (4. September). Was soll man da machen. Ich bin zur alten Telegraphen Station gegangen auf derren Parkplatz wir ja standen. Dort gab es eine self guided tour, die recht interessant war. Früher war es ein Außenposten für die Nord-Süd-Kommunikation. Die Verbindung ging, glaube ich, über Singapur nach Europa. Wieder schlechte Nachrichten. Leo soll noch einen Tag im Krankenhaus bleiben. Zurück in Tennant Creek ging es erst mal an die Tankstelle. Das Auto wurde gründlich sauber gemacht. Die Handbremse nachgezogen und der Anschnaller für den Mittelsitz installiert. Das Wasser wurde aufgefüllt und der Ölstand gecheckt. Auch an einem Neuwagen muss hin und wieder mal was gemacht werden. Zurück zum Krankenhaus. Surprise, Leo sollte doch schon heute entlassen werden. Die Analyse erbrachte, dass es sich um eine stinknormale Infektion handelte, die man einfach mit Antibiotikum behandeln kann – nice. Wir mussten nur warten bis die Infusion durchgelaufen war. In der Zwischenzeit fuhren wir zur Bibliothek um Sachen für die Versicherung zu kopieren. Welch ein Zufall. Wir hatten die Musik laufen lassen und just in dem Moment als wir am Auto waren lief im Radio “lass die Musik an”. Nachmittags ging es dann endlich weiter. Abends war weit und breit kein Campingplatz. Ein Funkmast neben der Straße war ideal. Hier gab es einen Nebenweg, auf den wir uns stellen konnten. Der Boden wieder steinhart. Das hatte ich ganz verdrängt. Wieder musste ich improvisieren: Strauch, extrem festes Gras und Wasserkanister.

Thermalquelle. Heute (5. September) ging es nach Mataranka. Im Gestrüpp unweit von der Quelle lag ein Wallaby im Gestrüpp und fühlte sich durch mich in keinster Weise gestört. Das Wasser der Quelle war klar und schön warm. Nach zwei Stunden der Entspannung ging es weiter nach Katherine. Einkaufen. Günstiger Campground, den Jonas kannte. Leider war der geschlossen. Kurzerhand sind wir weiter zur Katherine Gorge gefahren und sind auf den teuren Campground. Hier gingen die Heringe vom Zelt zur Abwechslung mal in den Boden. Beim Abendessen waren wir von Wallabys umgeben.

Den Campground haben wir sehr früh (6. September) verlassen und “vergessen” zu bezahlen. Hätte wohl 20 Dollar oder so pro Person gekostet. Heute war Leos Geburtstag und die Geburtstagsüberraschung gab es auf dem Parkplatz der Katherin Gorge beim Frühstücken. Der Ranger lies nicht lange auf sich warten. Es musste so ausgesehen haben, als ob wir auf dem Parkplatz gecampt hätten. Die erste Frage war dann auch: Habt ihr auf dem Parkplatz gecampt. Nein, wir haben in Katherin geschlafen. Der Ranger war misstrauisch und fühlte die Temperatur am Auspuff – krass. Der Auspuff konnte nicht sonderlich warm gewesen sein, nach der kurzen Fahrt. Am Ende hat der Ranger dann aufgegeben. Morgens sind wir 2 Stunden an der Ostseite der Gorge spazieren gegangen. Leo war noch etwas schwach. In der Gorge kann man sehr gut Kayak fahren, das hätte aber zu lange gedauert. Nach dem heißen Spaziergang in der prallen Sonne, gab es dann in Katherin erst mal ein schönes Mc Donalds Backpacker Eis für 30 Cent. Nach der Abkühlung dann in die Katherin Hot Springs. Hier auch wieder extrem klares Wasser. Hier schwammen kleine Fische rum und eine kleine Schildkröte hatten wir auch gesehen. Der warme Bach war etwas 50 Meter lang und hin und wieder leicht aufgestaut. Wir sind auch direkt zur Quelle. Ein breiter, schräg verlaufender Spalt im Fels in den man auch hätte reintauschen können. Next stop: Edith Falls Campground. Die fairen 6,60 Dollar haben wir mal bezahlt. Am Abend wurde eine kostenlose Night Stalks Ranger Tour angeboten. Die Rangerin erklärte uns anfangs wie schlimm die cane toads (Zuckerrohrkröten) für die Umwelt sind. Vor einigen Jahren wurden sie wohl von Farmern eingeführt um Schädlinge zu fressen. Jetzt sind sie selber Schädlinge und eine Plage. Viele Tiere sterben, weil sie versuchen die Kröten zu fressen. Derren Rücken ist giftig. Es gibt ein paar Krähenvögel, die die Kröten umdrehen und so fressen. Ziemlich intelligent. Dann wurden Handschuhe und Plastiktüten ausgeteilt. Jeder der mochte, konnte während der Führung auf Krötenjagd gehen. Jonas fing einige und wurde dabei teilweise ziemlich heftig volluriniert. Ein Exemplar war sehr groß. Ich hoffe ich kann das Foto dazu finden. Die Rangerin erklärte uns, dass sie die Kröten einfriert. Das ist ein sanfter Tod. Einige Australier gehen wohl auch gerne mit Golfschlägern los und spielen cane toad Golf. Während der Tour gab es Erklärungen zu den Pflanzen und den Tieren. Die Blüten eines bestimmten Busches kann man als Seife verwenden. Ziemlich beeindruckend. Im Gras waren wieder Millionen von Spinnen und nicht gerade kleine Exemplare. Im Wasserbecken der lower Falls konnten wir einmal die roten Augen eines Süßwasserkrokodils sehen.  Diese Krokodile sind viel kleiner als die Salzwasserkrokodile und in der Regel harmlos für Menschen. Jedenfalls fällt der Mensch nicht ins Beutemuster.

Heute (7. September) gings mir nicht gut. Irgendwas lag in der Luft. Erst mal Antihistamin eingeworfen. Vormittags ging es dann zu den upper Edith Falls. Das Wasser war kalt und erfrischend. Ich bin dem Flusslauf ein bisschen aufwärts gefolgt. In der Hoffnung ein Süßwasserkrokodil zu sehen. Die Biester hatten sich aber nicht blicken lassen. Bei der Aktion hatte ich mir auch meinen ersten Sonnenbrand auf der Reise eingefangen. Ich hatte meinen Rücken nicht eingecremt. 70 Kilometer vor Litchfield schliefen wir auf einem kostenlosen Campground. Es waren auch 3 Goldgräber dort. Sie hatten einiges an Equipment mitgenommen. Geländewagen, Quads, Metalldedektoren, etc. Beim Essen einer angebotenen Bratwurst, erzählten sie uns, dass sie hier in der Gegend nach Gold suchen. Die Goldmine, der das Land gehört, hat nicht alles an Gold abgebaut. Sie zeigten uns einen Goldklumpen im Wert von 300 bis 400 Dollar. Ihr Equipment hatten sie sich durch ihr Hobby zusammengekauft. Ein Metalldetektor kostet 7000 bis 8000 Dollar und sie hatten jeweils zwei davon.

Heute (8. September) war Litchfield an der Tagesordnung. Die Termitenhügel am Anfang des Parks waren beeindruckend. Vor allem der Größte, siehe Fotos. Weiter gings zu den Buley Rockpools. Viele Leute, daher nicht so toll. Außerdem frohr ich in meinem UV-Shirt, kack Sonnenbrand. Die Wangi Falls waren ganz ok, trotz der vielen Leute. Am Ende haben Jonas und ich noch einen Walk gemacht. Der war mit 1,5 Stunden ausgeschrieben. Nach 30 Minuten waren wir zurück. Im Moment ist hier alles sehr kark, ist Trockenzeit. Über die Nordstraße ging es aus dem Park. Laut Karte eine Dirtroad. Leo war hier schonmal und meinte, dass die Straße nicht so schlecht sei, jedenfalls früher. Es sei nur ein kurzes Stück schlechte Straße. Im Endeffekt war es ein ziemlich langes Stück Dirtroad. Es war ein Alptraum. Die Stoßdämpfer vom Auto waren schlecht und die Straße war in einer Regelmäßigkeit wellig wie ich es noch nicht erlebt habe. Schlaglöcher gab es nicht viele, die Bodenwellen waren das Schlimmste. Der ganze Innenraum hatte sich bewegt. Saub, überall Staub. Ich dachte jeden Moment würde das Auto auseinanderfallen und wünschte mir wieder den schönen Asphalt her. Irgendwann wurde mein Wunsch dann erfüllt. Aus irgendeinem Grund schaute ich auf die Reifen und sah, dass wir einen Platten hatten. Uns war mittlerweile auch das Trinkwasser ausgegangen. Aber alles kein Problem. Teewasser kochen und schnell den Reifen wechseln. Weiter. Campen, wieder am Straßenrand. Beim Zeltaufbau wieder improvisieren. Tee trinken.

Diese Nacht (9. September) war es mir das erste Mal im Zelt zu heiß. Wir sind jetzt im warmen Norden. Zum Abschluss unseres Roadtrips sind wir dann in Darwin angekommen. Es lief nicht alles Glatt. But remember: It’s all part of the experience. Der Roadtrip war super, das Outback ist magisch. Beim Post Office, habe ich mein Handy abgeholt. Bisher hatte ich keine Hardwareprobleme mehr mit dem Gerät 🙂 Auch hier ein Happy End. Vorerst hieß es good bye Leo und Jonas. Es war super mit auch 🙂
Wieder bin ich alleine. Erst mal eine Unterkunft suchen. Die Dingo Moon Lodge war mit 33,50 Dollar die günstigeste Unterkunft in einem 8er Dorm. Die Matraze war bereits ziemlich durchgelegen. Lächerlich, einfach lächerlich. Einfach eine Unverschämtheit. Gut, dass ich in einem teuren Land mit der Reise angefangen habe. Nachdem ich jetzt bereits in Bangkok bin, kann ich sagen, dass ich hier für das Geld 3 Tage wohnen und essen kann. Als kleines Trostpflaster gab es Frühstück und Wäsche waschen war kostenlos. Naja, Darwin ist halt extrem teuer, damit muss man sich abfinden. First things first. Reorganisieren, wäsche waschen, Essen einkaufen, ankommen. An der Esplanade hatte ich dann wieder eine Aborigine Begegnung. Der Typ ist über einen Zaun geklettert und hat unter einem Laubhaufen einen Goonschlauch (billiger Wein) geholt und in eine Flasche umgefüllt. Er meinte zu mir, dass die Polizei immer seinen Alkohol wegschüttet. Das würden sie nicht bei weißen machen. Ich sage es nicht gerne, aber insgesamt hingen auch hier ziemlich viel betrunkene Aborigines im Park rum. Abends dann ein Wiedersehen mit Jonas und Leo. Ein Münchner war auch mit von der Party. Zusammen haben wir auf einem Parkplatz Pizza aus der Pfanne gegessen. Jonas hatte die Pfanne mit Deckel bedient. Wie nicht anders zu erwarten war die Pizza extrem lecker. Der Typ aus München war hier schon längere Zeit. Er schlief mit ein paar anderen Backpackern in einem für Aborigines ausgewiesenen Bereich. Er meinte, dass die Aborigines in der Stadt Ausgestoßene der Stämme sind. Die “normalen” Aborigines bekommt man wohl kaum zu Gesicht. Soweit ich das verstanden habe, vertragen Aborigines keinen Alkohol. Das ist wohl genetisch so veranlagt. Der Alkohol wird viel langsamer abgebaut als z.B. bei Europäern. Das macht sie sehr viel anfälliger für Alkoholmissbrauch. Mein Eindruck von den Aborigines war sehr negativ. Das liegt daran, dass ich nur oberflächlich geschaut habe. Ich kenne mich mit der Geschichte nicht aus und weiß daher nicht was die Weißen den Aborigines alles angetan haben und immer noch antun. Ich denke es ist so wie mit den meisten Minoritäten auf der Welt.

Heute (10. September) war wieder mal ein ruhiger Tag. Seit dem ich weiß, dass es ab 7:30 Croissants gibt, bin ich immer der erste der eins bekommt. Die Auswahl ist nicht groß. Eine kleine Box an süßen Teilen für das ganze Hostel. The early bird catches the worm. Ach ja, und Obst kommt zur gleichen Zeit. Immerhin, für den Preis. Chillen an der Lagune, Casuarina Shopping Mall mit Leo und Jonas, chillen an der Lagune.

Wieder ein Tag (11. September) zum Ausruhen und Revue passieren lassen. Meinen Australienreiseführer, den ich von Jana geschenkt bekommen hatte, wollte niemand haben. Beziehungsweise konnte ich ihn nicht gegen einen Indonesienreiseführer austauschen. In Darwin gibt es nicht so viele Buchbörsen. Hatte in vielen Hostels nachgefragt. Entweder hatten sie nur eine Hand voll Bücher oder sie wollten mich nicht schauen lassen. Der Buchladen, der einen Indonesienreiseführer hatte, wollte meinen Australienreiseführer nicht. Die hatten schon zu viele davon. Ich war auch nicht bereit viel für einen gebrauchten Indonesienreiseführer auszugeben. Am Ende hatte ich den Reiseführer mit nach Bali genommen und in der ersten Unterkunft gelassen. Übrigens ist der beste Ort um Reiseführer auszutauschen in den Megametropolen wie Singapur, Kuala Lumpur und Bangkok. Heute hatte mich wieder mal die Technik genervt. Warum kann niemand mal was entwickeln, das ohne macken funktioniert. Die einfachsten Operationen sind manchmal fehlerhaft. Jedenfalls hatte ich heute Probleme mit meinem Kartenleser. Ich konnte meine Fotos nicht sichern. Der Fehler war nicht reproduzierbar. Es schien so, als ob das Kabel einen Wackler hatte. Am nächsten Tag und auch mehrere Monate danach ging es ohne Probleme. Habe ich schonmal erwähnt, dass ich Computer hasse.
Mittags hatte ich mich endgültig von Leo und Jonas verabschiedet. Falls ihr das hier lest: Es war super mit euch. Anfangs war ich skeptisch, aber ihr habt bewiesen, dass eine 2+1 Konstellation nicht immer problematisch sein muss 🙂 War auf jedenfall ein toller Roadtrip 😀
Ansosten hatte ich die meiste Zeit vom Tag damit verbracht meinen Blog über die Whitsundays zu schreiben – lange ists her. Vormittags Lagune und nachmittags Esplanade. Ich kann nur jedem davon abraten sich an der Esplanade von Darwin auszuruhen, was zu schreiben oder lesen. Ich spreche aus Erfahrung. Nachmittags wollte ich diesen Blog weiterschreiben. Erst kam ein weißer Penner und setzte sich zu mir. Der Laberte mich die ganze Zeit voll. Konnte ihn nur schwer verstehen. Muss total betrunken gewesen sein. Dann kamen seine zwei Freunde mit einem voll gepackten Einkaufswaagen. Die schienen sogar noch mehr getrunken zu haben. Hatte nur jedes zweite Wort verstanden. Endlich gingen die Beiden. Der andere Penner blieb. Irgendwann bin ich dann gegangen. Danach setzte ich mich etwas weiter weg auf eine Bank mit Tisch. Unweit von einer Gruppe Aborigines. Die laberten mich dann irgendwann zu. Wieder setzte ich mich um. Auf der Bank wäre ich dann fast von einem Vogel vollgeschissen worden. Und nochmal eine andere Bank. Jetzt kam eine Aborigine Frau und heutel mich voll, dass sie geschlagen wurde oder so. Habe kaum ein Wort verstanden. Ich bin dann einfach wortlos gegangen. Hatte die Schnauze voll von der Esplanade.

Nur noch einen Tag bis zum Flug (12. September). Beim Frühstücken unterhielt ich mich mit einem Philippinen. Der arbeitete im Labor für eine Mine und scheint dort richtig gut zu verdienen. Jedenfalls baute er von dem Geld, das er hier verdiente, ein Resort in seiner Heimat. Nicht mehr lange und er würde zurück gehen und das Resort leiten. Chillen, organisieren, am Nachmittag Mindel Beach. Dort war heute der sunset market. Dort werden Handwerksachen verkauft. Highlight ist der Sonnenuntergang am Strand. Pünktlich zum Sonnenuntergang gehen alle zum ein paar Meter entfernten Strand und bewundern den Sonnenuntergang. Der war auf jedenfall ganz nett 🙂

Großer Tag der Abreise (Freitag, 13. September). Vormittags ging es an die Lagune um vor Verlassen Australiens nochmal einen Sonnenbrand zu holen. Saß auf einer Bank im Schatten. Irgendwann dann wahrscheinlich nicht mehr. Hatte es erst auf Bali gemerkt und mich gewundert warum die rechte Seite meines Rückens so brennt. Mit dem Bus ging es Nachmittags zum Flughafen. In Casuarina umsteigen und insgesamt 3 Dollar bezahlen. Der Shuttlebus hätte 16 Dollar gekostet. Irgendwie hielt der Bus aber nicht direkt am Flughafen. Er fuhr dran vorbei, hielt aber nicht. Musste dann etwa einen Kilometer zu Fuß gehen. Die letzten paar Meter auf australischem Boden. Ein komisches Gefühl. Wieder ganz alleine und mit der Ungewissheit was als nächstes Passieren würde. Jedenfalls hatte ich da noch Angst, dass mein Rucksack zu schwer sein würde. Ich habe lange rumgepackt und so viel Kleidung wie möglich angezogen und Gewicht an meinen Gürtel gehängt. Ich war mir auch nicht sicher ob mein fake Flugticket von Jakarta nach Singapur funktionieren würde. Außerdem die irrationale Angst den Flug zu verpassen. Am Ende interessierte sich niemand für mein Handgepäck. Ein Weiterreiseticket musste ich auch nicht zeigen und den Flug verpasste ich auch nicht. Jetzt nach einem halben Jahr reisen, mache ich mir keinen Stress mehr. Es kommt wie es kommen muss.
Ich hatte dazu gelernt. Meine Wasserflasche hatte ich geleert und nach der Sicherheitskontrolle auf der Toilette aufgefüllt. War zwar kack australisches Wasser, aber für den Flug reichte es. Wieder mal hieß es, das Kleingeld auszugeben. Dieses Mal kaufte ich eine Packung Mentos und schenkte der Verkäuferin die restlichen 10 Cent. Mit 45 minütiger Verspätung verlies ich dann den australischen Kontinent.

Das wars erstmal für Australien. Ich habe viel erlebt und viel gesehen. Es war super. Mit Mitfahrgelegenheiten durchs Land zu reisen empfinde ich als ideal 🙂 Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass alles so extrem teuer ist. Am Ende habe ich im Durchschnitt 50 Euro am Tag ausgegeben. Der Segeltrip und das Skydiving hatten ein großes Loch in die Reisekasse gebrannt. Aufgrund der Mitfahrgelegenheiten, des Schlafens im Auto, des selbst kochends und des minimalen Alkoholkonsums, bin ich aber recht günstig davon gekommen.
Australien ist interessant was die Natur angeht. Die westliche Kultur ist nicht so spannend. Da sollte südostasien neues zu bieten haben. Bye, bye, kiss, kiss, Australien.

P.S.: Jetzt sind auch endlich die Fotos online. War wieder mal ein Krampf alle auszusortiere, die Größe zu ändern, hochzuladen und in den Blogpost zu integrieren. Kommt davon, wenn man nur ein kleines Android Telefon mitnimmt. Achja, den Blogpost habe ich auch zweimal angefangen. Der erste Entwurf ging verloren, weil die WordPress-App aufgrund fehlender Internetverbindung ihn einfach verworfen hat. Habe den Blogpost dann mit einem Texteditor auf dem Handy erstellt. Leider war es wieder soviel, dass ich es nicht alles auf einmal aus dem Texteditor kopieren konnte. Musste es in mehreren Häppchen kopieren. In einer anderen Anwendung hätte ich es auf einmal kopieren können. Dort wurden die Sonderzeichen jedoch nicht richtig dargestellt. Ich konnte auch nicht die Kodierung ändern. Alles Fachchinesisch. Wie gesagt, ich hasse Computer. Anyway, Ente tod alles rot, oder wie ging das Sprichwort?

9 replies on “5000 Kilometer Outback”

Hi Philipp,

es lohnt sich doch, täglich nach einem Bericht von dir zu schauen! Ich habe den Roman wieder mit Begeisterung gelesen und freue mich sehr, dass du dieses Abenteuer gewählt hast und auch genießt.
Weiterhin viele tolle Erlebnisse wünscht dir
Oma

Na das ist ja ein Ding. Schön mal wieder von die zu “hören”. Zeitlich bin ich jedoch etwas durcheinander. Wo bist du den aktuell?
Viel Spass weiterhin
Gruss Thomas

Deinen Hass auf Computer kann ich gut nachvollziehen… 😉

Coole Sache Deine Reise! Viel Spaß noch und viele Grüße!

Riesenfreude: heute am 16.1. ist deine Karte angekommen und hat gerade mal 2 Wochen gebraucht. Auch die Briefmarke ist interessant. Hab deine Grüße auch gleich weitergegeben und geschildert, wie malerisch du auf diesen Zinnen sitzt. Maynmar hätte mich schon auch gereizt, aber leider bin ich inzwischen ein bisserl zu alt dafür und lese da lieber deine Berichte.
Bin schon neugierig, wo du deinen 30. feiern wirst.
Herzliche Grüße
Oma

Guude. Wohin nach Laos? Wir waren in Luang Prabang was dir auch gefallen würde. Allerdings sind da viele Touris aller Altersklasse unterwegs. Sehr schön auch Nong Khiau am Fluss Nam Ou. wesentlich beschaulicher und das Volk in deinem Alter 😉 Ein Bootstour solltest du dir nicht entgehen lassen. Das sind die dortigen Busse. Nicht gerade bequem aber toll durch die Landschaft zu kutschieren. Noch ein Tip: Beer Lao Dark
Viel Spaß
Thomas

Hi, im Moment bin ich im Norden unterweg. Morgen geht es von Phongsaly nach Hat Sa und von dort dann den Nam Ou runter 😉 In Nong Kiao komme ich natürlich auch vorbei. Nach Luang Prabang komme ich auch. Mal sehen wie weit ich in den Süden komme. Die 30 Tage sind wieder mal viel zu wenig 🙂 Das Bier werde ich bei Gelegenheit probieren.

Lieber Philipp, wir wünschen dir alles alles liebe und gute zum Geburtstag 🙂 fühl dich gedrückt! Dickes Busse Ines, Michael, Tim-Luca, Tinus und Tayo

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