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Weltreise

Mount Rinjani Trekking

Haha, ich bin immer im Verzug. Jetzt ist mein Blog komplett out of sync. Sorry for that. Mittlerweile bin ich zurück in Deutschland. Aber es wäre ja schade, wenn ich nicht meine komplette Reise hier für euch niederschreiben würde. Daher gelobe ich Besserung und habe vor alle Länder, die ich bereist habe, hier für euch nacherlebbar zu machen.

Back to the topic. Zurück am 26. Oktober 2013 verlies ich gerade Gili Air und fuhr mit dem Wassertaxi nach Lombok. Im Hafen von Bangsal lagen die Bote vor Anker, die nach Flores fahren. Das sollte nach dem Trekking auf mich warten, aber von einem anderen Hafen mit einem besseren Schiff. Direkt nach der Landung auf Lombok verkaufte ich meinen Motorradhelm einem Sasak Ureinwohner. Der gab mir noch den halben Preis, für den ich den Helm auf Bali gekauft hatte. Sind sehr geschäftstüchtig hier. Weiter ging es zum Büro des Mountain Trekkings. Ein paar Leute hatten den Deal mit den Trekking Gangstern hier kurzfristig klar gemacht. Die Touris wollten natürlich von mir wissen wieviel ich bezahlt hatte und bekamen am Ende auch den gleichen Preis. Sie hätten sicherlich noch ein bisschen handeln können. Aber ist ja nicht mein Geld 🙂 Mit der Pferdekutsche ging es vorher hier her zum Büro, ein paar hundert Meter vom Hafen. Übrigens ist mir nicht klar warum die dort Kutschen verwenden. Ist wohl ein Deal mit der lokalen Transportmafia, keine Ahnung. Jetzt ging es jedenfalls in einem Van weiter zum Einstiegspunkt des Mount Rinjani Trekkings nach Senaru. Der Vulkan ist übrigens der zweit höchste Vulkan in Indonesien. Ein ziemlich beeindruckendes Massiv. Ich war vorbereitet, hatte ja Hightech Trekking Schuhe und einige Spielereien, die man für viel Geld in westlichen Expeditionsgeschäften (Sportgeschäften) erwerben kann. Im Nachhinein kam ich mir dumm vor, als ich sah wie die Einheimischen Träger gekleidet waren. Wie auch immer. In dem kleinen Ort am Hang des Vulkans konnte man mit einem Guide (40.000 IDR) zu zwei Wasserfällen. War ganz nett. Im zweiten Wasserfall konnte man, und jetzt haltet euch fest, baden! Haha, war saukalt, aber gut 🙂 Ansonsten gab es am Vortag des großen Bergabenteuers nicht viel zu tun. In dem Ort war nicht viel. Es gab ein traditionelles Dort, für das Eintritt verlangt wurde. Aber wie traditionell kann es sein, wenn’s was kostet. Für mich und meine Seilschaft war das nichts. Der Warung an der Straße bot bodenständiges Essen und eine tolle Sicht auf das Massiv. Abends gab es ein kurzes Briefing von unserem Führer. Ich glaube es war der zweite Führer. Der erste, ältere Führer sollte erst am nächsten Tag dabei sein. Grob bestand der Plan darin morgen zum Krater Rand hochzusteigen (knapp 2000 Meter hoch). Dort sollten wir dann in Zelten übernachten. Am nächsten Tag sollte es dann runter zum See gehen (600 Meter runter) mit einem Abstecher zu den heißen Quellen. Ende des zweiten Tage würde es dann zum zweiten Basecamp unterhalb vom Gipfel gehen (600 Meter hoch). Am dritten Tag sollten wir sehr früh zum Gipfel aufbrechen um den Sonnenaufgang von dort zu sehen (1000 Meter hoch). Die Sicht von 3700 Metern, sollte dann für alle Strapazen entschädigen. Am gleichen Tag sollte es dann 2500 Meter runter zum Ziel gehen. Naja, so zumindest der Plan.

Pünktlich um 4:30 Uhr wurde ich von der Moschee geweckt. Nach 15 Minuten war endlich Ruhe. Dann fingen die Hähne an. Ohropax! Nach einem ausgiebigen Pancake und Nasi Goreng Frühstück ging es zum Einstiegspunkt mit dem Auto. War nur ein paar Minuten entfernt. Vor dem Start musste sich jeder in ein Buch eintragen. So ist zumindest für die Nachwelt protokolliert wer den Vulkan so vermüllt hat. Anom war unser erster Führer und kein besonders guter. Aber dazu später mehr. Die heutige Wanderung war recht anstrengend aber nicht besonders anspruchsvoll. Das sah man auch an den Trägern, die die Zelte, Isomatten, Schlafsäcke, Kochutensilien und Lebensmittel für uns schleppten. Sie trugen Flip Flops und die Halbgötter unter ihnen gingen Barfuß. Die Verpflegung während der Tour war gut. Während der großen Pausen bauten die Träger und Führer Kochstellen auf und machten unser Essen. Wir konnten uns in der Zeit ausruhen. Ich fand es faszinierend, wie sie mit einfachen Mitteln das Essen kochten. Es wurden Äste geschnitten und in den Boden gerammt um die Töpfe darauf zu platzieren und darunter Feuer zu machen. Einmal beobachtete ich, dass gelbliches Wasser zum Kochen verwendet wurde. Das Kochgeschirr, Teller und Besteck wurde auch nicht nach europäischen Standards gesäubert. Allerdings, ich hatte während und auch nach der Tour keine Verdauungsbeschwerden. 3 spanische Frauen, die Berg erfahren waren, kamen als erste in unserer Gruppe am Kraterrand an. Ich war im vorderen Drittel. Die letzten kamen etwa eine Stunde danach an. Zu den Eindrücken muss ich euch nichts schreiben, schaut euch die Fotos an. Bei den Zeltplätzen gab es wohl eine Hackordnung unter den Guides. Unser Platz war ganz ok, etwas windig, aber das lies sich in der Höhe nicht vermeiden. Unsere Träger waren nicht die Schnellsten, wenn es ums Abendessen ging. Ich hatte das Gefühl, dass wir von allen Gruppen als Letzte bedient wurden. Es waren vielleicht ein halbes Dutzend Gruppen zwischen 2 und 10 Touristen unterwegs und campten in der Umgebung. Das Einschlafen gestaltete sich schwierig. Der Wind wehte stark und Staub war überall. Ich hatte ihn im Mund und der Nase und konnte nichts machen. Irgendwann schlief ich beim Heulen der umher streunenden Hunde ein.

Um kurz vor 6 Uhr stand ich auf. Die Nacht war nicht so toll. Aber besser als für das deutsche Pärchen. Über Nacht hatte es ihre Zeltplane weg geweht. Bei der Qualität der Ausrüstung wird halt bei so einer günstigen Tour gespart. Wobei ich mir sicher bin, dass ein paar meiner Leidensgenossen sehr viel mehr bezahlten. Aber das weiß man nicht. Diese Nacht sollte noch um Welten besser sein als die nächste. Hätte ich gewusst… But back to the present. Morgens ging es runter zum See. Das ging schön auf die Knie. Wie sollte das nur am letzten Tag werden, wenn es an einem Tag 2.500 Meter nach unten gehen würde. Vor dem Mittagessen am See durften wir in den heißen Quellen baden. Die waren vom See nicht weit entfernt. Auch hier waren wieder Affen. Das gelbliche Wasser war soooo schön warm. Es soll heilende Kräfte haben und gab mir wohl auch die Kraft am nächsten Tag auf den Gipfel zu steigen. Das Trinkwasser, das die Träger mitbrachten war leer. Daher mussten sie es an einer Quelle nachfüllen. Ich hatte vergessen meine Flaschen abzugeben und ging daher selber zur Quelle. Die sah nicht sehr Vertrauen erweckend aus, wie im Foto zu sehen. Aber naja, wir haben es alle überlebt. Nach dem Mittagessen am See ging es zur letzten Etappe für heute. Bald zogen die Wolken zu und mitten auf dem Weg fing es an zu regnen. Anfangs noch schwach und dann immer stärker. Der Regen kam von allen Seiten und war so stark, dass sich kleine Sturzbäche am Berg entwickelten. Ich ging mit den 3 Berg erfahrenen Spanierinnen vor. Die meisten warteten, konnten aber keinen Schutz finden und kamen bald nach. Es gab kein Zurück mehr. Wir mussten zum Zeltplatz. Mittlerweile war alles an mir nass. Ich schwamm in meinen Schuhen. Meine Hose war tropfnass. Meine Regenjacke schaffte es auch nicht mehr und bot keinen Schutz gegen die Nässe. Wir ging sozusagen schwimmen. Meine größte Sorge bestand darin, dass eine Schlammlawine ab ginge. Der Regen wurde immer stärker und es war kein Ende bzw. der Zeltplatz in Sicht. Unsere beiden Führer waren auch nicht auffindbar, wir waren ja vorgegangen. Irgendwann wurde der Hang flacher und wir trafen Träger auf einem Grat an. Hier musste wohl dann der Zeltplatz sein. Der Regen lies glücklicherweise nach, doch die Träger standen einfach so da, froren wie verrückt und waren ratlos. Eine der Spanierinnen war außer sich und sagte, dass sie endlich die Zelte aufbauen sollten. Erst machten sie Anstalten die Zelte auf dem windigen Grat aufzubauen. Jede Gruppe hatte ja einen zugewiesenen Zeltplatz. Haha, das machte sie und natürlich auch uns noch wütender. Am Ende nahm sie ein Zelt und baute es mit uns an einer geschützten Stelle auf. Nach und nach kamen die einzelnen Gruppe und auch unsere Gruppenmitglieder. Alle halfen die Zelte so schnell wie möglich aufzubauen. Jeder und alles war nass. Wirklich alles. Die Zelte, die Isomatten, die Schlafsäcke, Kleidung. Außerdem war es hier oben kalt und es wurde immer kälter. Alle versuchten so schnell wie möglich in die Zelte zu kommen. Mein Fleeceshirt war glücklicherweise trocken in meinem Rucksack. Eine Ersatzhose hatte ich nicht. Die musste über Nacht trocknen. Nach kurzer Zeit fing sie bereits an zu dampfen. Zumindest die geringe Luftfeuchtigkeit war in dieser Höhe von Vorteil. Das Abendessen wurde in unsere Zelte gebracht. Das war die einzige Wärmequelle. Danach versuchte in meine Schuhe mit Toilettenpapier zu trocknen. Die Socken wickelte ich in mein ultra leichtes Handtuch ein und trocknete sie somit etwas. Danach zog ich sie an und hoffte sie wie die Hose auszudämpfen. So schlief ich dann in meinem Schlafsack ein. Nachts wachte ich auf, weil meine Füße kalt waren. Mein Schlafsack war unten nass. Dabei hatte ich mit meinem Schlafsack noch Glück. Andere Schlafsäcke waren sehr viel nasser. Jedenfalls konnten die Socken so nicht trocknen und zogen die Wärme aus meinem Körper. Als nächstes klemmte ich die Socken zwischen die Oberschenkel und zum Schluss zog ich sie sogar als Handschuhe an. Alles um morgen wieder weiter gehen zu können. Mir waren alle Mittel recht. Etwas später machte ich mir meine eigene Expeditionswärmflasche mit einer leeren Wasserflasche und Urin. Ich musste irgendwie wieder meine Füße warm bekommen. Übrigens schlief ein Ami mit mir im Zelt. Der arme Teufel war bei allem Übel noch krank und hustete die Nacht. Wenigstens hatte er sich den trockenen Schlafsack genommen und mir den nassen überlassen.

Nach einer kurzen und überhaupt nicht erholsamen Nacht, weckte mich Anom unser erster Führer um 2 Uhr. Es gab Kräcker und Tee. Bis jetzt wusste ich noch nicht ob ich die letzten 1000 Meter hoch zum Gipfel mitgehen würde. Viele gaben auf, weil sie keine trockene Kleidung mehr hatten und total fertig waren. Meine Nacht war Scheisse und ich will nicht wissen wie sie für andere war. Jedenfalls wollte ich nicht aufgeben. Meine Schuhe waren immer noch nass aber die Socken waren halbwegs trocken, dank meiner ausgefeilten Techniken 😉 Ich zog alles an was ich dabei hatte. Mein Sarong band ich mir als Schal um den Hals. Die rote Regenjacke, die den Namen nicht mehr verdiente, hielt zumindest den eisigen Wind ab. So ging es dann in einer kleinen Gruppe los. Nicht Anom unser erster Führer, sondern Adi unser zweiter Führer führte uns auf den Gipfel. Oder sollte ich sagen, dass er es versuchte. Ziemlich bald stellte sich heraus, dass Adi krank war. Er hatte wohl starke Bauchschmerzen. Anfangs legte er noch ein ordentliches Tempo vor und ich musste mich anstrengen hinterher zu kommen. Irgendwann im ersten Drittel blieb er stehen und machte eine Pause. Es war nicht klar ob er weiter gehen würde. Jedenfalls ging ich mit den 3 Spanierinnen, die ziemlich geil auf den Gipfel waren, vor. Das war eine weitere Extremerfahrung. Auf halbem Weg wurde mir übel. Möglicherweise war es die Anstrengung und die dünner werdende Luft. Meine Füße waren noch ein bisschen nass und kalt. Der Wind wurde immer stärker aber die Bewegung verhinderte, dass wir auskühlten. Auf dem letzten Drittel war es extrem neblig und man sah kaum mehr die Hand vor Augen. Der Aufstieg wurde immer anstrengender. Irgendwann wurden wir sehr langsam. Nun galt es nur noch einen Fuß vor den nächsten zu stellen. Jede Bewegung war extrem anstrengend. In Zeitlupe erklommen wir den Gipfel. Am Ende übernahm ich die Führung. Durch den Regen am Vorabend war der sehr sandige Boden fester geworden und zumindest hier hatten wir einen Vorteil. Dann kamen wir zu einer Felsformation und fanden dort Schutz. Der Wind war mittlerweile so stark geworden, dass man tief gebückt gehen musste um nicht umgeweht zu werden. 5 Minuten später waren wir auf dem Gipfel. Zuerst waren wir uns nicht sicher. Wir hatten keinen Führer und es gab auch kein Kreuz. Dennoch stellten wir fest, dass es der höchste Punkt war und keinen Weg weiter gab. Dort entstand der Selfie, außerdem das wage Sonnenaufgangsfoto. Mehr war nicht zu sehen. Es zog nur für eine Sekunde auf und war dann für den Rest der Zeit wieder extrem neblig. Nach und nach kamen weitere Leute aus anderen und auch unserer Gruppe. Eigentlich sollte man einen traumhaften Sonnenaufgang vom Gipfel sehen. Dieses Mal hatten wir Pech. Man sah rein gar nichts! Zumindest hatten wir die Befriedigung den Gipfel bei allen Widrigkeiten doch bestiegen zu haben. Zumindest auf dem Rückweg gab es einige tolle Ausblicke. Im zweiten Drittel traf ich dann auch wieder Adi, unseren Führer. Der hatte sich hinter einem Felsen versteckt und ein kleines Feuer entzündet um sich und andere zu wärmen. Er tat mir so leid, dass ich ihm meine Notfalldecke aus Aluminiumfolie gab. Die hielt ihn zumindest beim Abstieg etwas wärmer. Ich war zwar der erste auf dem Gipfel aber einer der Letzten, der zum Basecamp kam. Es gab einfach zu viel, tolle Eindrücke. Alle hatten es eilig den Berg zu verlassen. Ich war in euphorischer Stimmung und konnte das nicht nachvollziehen. Die Gruppe, die nicht auf den Gipfel ging, war schon lange auf dem Heimweg mit Anom. Ansonsten hatten es die Gipfelstürmer auch eilig zu verschwinden. Ich wäre ja gerne noch länger geblieben. Jedenfalls, war meine Kleidung, die ich trug mittlerweile komplett trocken. Der Wind und die geringe Luftfeuchtigkeit zogen förmlich die Feuchtigkeit aus allem, auch aus meinen Schuhen. Der Rest, der tropfnass war, trocknete innerhalb einer halben Stunde auf der Außenhaut des Zeltes. Nach dem Frühstück ging es dann mit Adi, ein paar Trägern und zwei Amis auf den Rückweg. Wir waren die Letzten und bildeten die Nachhut. Die Amis konnten es auch nicht erwarten so schnell wie möglich den Berg hinter sich zu lassen. 2.500 Meter an einem Vormittag sind kein Pappenstiel. Die Träger schnitten uns Stöcke aus Sträuchern. Die Amis irritierten mich. Erst überließen sie mir die Entscheidung, ob wir zu Mittag essen würden. Dann gingen sie dennoch vor als ich mich dafür entschied. Einer von ihnen hatte Knieschmerzen und schleppte einen Sack mit Müll mit sich. Der Vulkan gleicht teilweise einer Müllhalde. Ich denke, dass er mit seiner Aktion überhaupt nichts bezweckt hatte. Das Ganze erinnerte mich an viele NGOs, die eine gute Intention haben, aber rein gar nichts bezwecken oder ironischerweise noch schaden. Ich denke es liegt daran, dass die Wenigsten den Unterschied zwischen Wirkung und Ursache verstehen. Traurig, traurig. Aber scheiss drauf, davon würde ich mir meine gute Laune nicht verderben lassen. Das Mittagessen mit den paar Trägern und Adi war gut. Locker flockig ging es dann zu unserem Ziel. Adi erzählte mir wie er und die Träger in ihrem Zelt die Nacht gefroren hatten. Ihr Zelt war nur eine Plane, die zu einem Dach gefaltet wurde und an beiden Seiten offen war. Sie schliefen darin im Sitzen ohne geeignete Kleidung und froren. Ich dachte meine Nacht wäre beschissen gewesen. Der erste Führer Anom hatte sein eigenes Zelt und wohl eine gute Nacht. Schön ausgeruht zwang er dann Adi die Tour zum Gipfel zu machen obwohl er wusste, dass es Adi nicht gut ging. Naja, die Amis mussten warten, weil der Bus nicht ohne uns gefahren wäre. Mittagessen hatten sie natürlich nicht, haha. Erst ging es zurück nach Senaru. Dort bekamen wir unser Zeug zurück. Dann ging es nach Bangsal, dem Hafen an dem ich ein paar Tage zuvor angekommen war. Der letzte Transfer ging nach Sengiggi, alles inklusive.

Leider hatten wir Pech mit der Tour. Dennoch, es war ein einmaliges Ereignis und ich denke gerne daran zurück und eine gute Story ist es allemal 😉

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