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Weltreise

Gilli Travangan und Gilli Air

Was soll ich sagen. Ich habe mich mal wieder überwinden können meine Geschichte weiter zu erzählen. In alter Tradition habe ich mich wieder kurz gefasst, nicht 😀 Egal, jetzt halte ich mich mal wirklich kurz. Lest selber …

Das Frühstück fiel heute (09.10.2013) mager aus. Naja, war im Zimmerpreis enthalten. Endlich sollte es weiter gehen. Ich wollte mehr von Indonesien sehen als nur Bali. Morgens ging es mit dem Speedboot nach Gilli Tavangan. Das ist eine der drei, kleinen Inseln nordwestlich von Lombok, welche wiederum die nächst größere Insel östlich von Bali ist. Mit der 1000 PS starken Nussschale sollten wir innerhalb von 2 Stunden dort sein.

Vor der Abfahrt waren natürlich wieder einige Händler am Anleger, die einem Junkfood, Obst und Sonnenbrillen verkaufen wollten. Nach einem zufällig festgelegten Zeitplan ging es dann los. Anfangs saßen wir auf dem Dach des kleinen Schiffs und genossen die herrliche Aussicht auf die Ostküste von Bali. Alle waren bester Laune und es wurden eifrig Fotos mit kleinen und großen Kameras gemacht und viele nutzten natürlich auch ihre Smartphones. Warum erzähle ich euch das?. Nun ja, nachdem wir die schützende Küste von Bali hinter uns gelassen hatten, wehte ein anderer Wind. Ohne Vorwarnung preschten die Wellen gegen das Boot und oben drauf wurde es schön nass. Die einen mehr, die anderen weniger. Alvaro und ich glücklicherweise weniger. Also runter vom Dach. Die paar Leute die oben geblieben waren, kamen etwas später komplett nass zurück in die trockene Kabine. Am Ende kamen wir ohne bekannte Verluste in Gilli Travangan an. Da ich vorher nie mit einer solchen Powernussschale gefahren war, wurde es mir teilweise etwas mulmig in der Kabine. Kurze Zusammenfassung von Gilli Travangan: Viele Touristen, darunter viel Partyvolk, keine motorisierten Fahrzeuge, nur Pferdekutschen und Fahrräder, viele Bungalows am Wasser und Unterkünfte im kleinen und einzigen Dorf, das wohl komplett vom Tourismus lebt, sandige und staubige Uferstraße mit den meisten Restaurants, Resorts und Diveshops, ein Hügel mit einem Sendemasten. Nach der Ankunft wird man erst mal von den Touts (Schleppern) umzingelt: Transport, Accomodation, etc. Man kennt das ja. Das ist überall das Gleiche. Reiche Touristen stoßen auf arme Einheimische. Alvaro und ich nahmen uns ein günstigeres Zimmer im Dorf für 150.000 IDR. Danach ging es mit dem Fahrrad um die Insel. Die Erfrischung im Meer war keine solche. Das Wasser war Badewannen warm. Dafür konnten wir uns in einer kleinen Hütte, die zu einem Restaurant am Wasser gehörte, mit Shakes abkühlen. Es könnte schlimmer sein um nicht zu sagen: ein Traum. An der Sunsetbar genossen wir den Sonnenuntergang mit herrlicher, balinesischer Kulisse mit Mt. Agung. Danach gings auf den Nachtmarkt. Auf einer so kleinen Insel erwartet man so etwas nicht. Es waren zwar nur Touristen dort, dennoch waren die Preise ok und das Essen gut. Es gab Nasi Campur, frisch gegrillter Fisch und die Nachspeisen an einem Stand waren sehr lecker. Nachts hörte ich dann das erste Mal in Indonesien den Muezzin. Das ist das wahre Indonesien, hier sind die Menschen muslimisch.

Wir wollten schnorcheln gehen (10.10.2013). Auf den Gillis soll man hervorragend Seeschildkröten beobachten können. Angebote von Schnorcheltrips gab es wie Sand an den Stränden. Bei so vielen Touristen kein Wunder. Etwas nach 10 Uhr ging es dann mit 20 Leuten im Boot los. Die Schnorchelausrüstung wurde gestellt. Flossen gab es nicht. Das ist auch besser so, die meisten Touristen wissen damit nicht umzugehen und trampeln alles kaputt. Insgesamt fuhren wir 3 Schnorchelsites an. Alle nichts besonderes. Dennoch gab es als Highlights ein paar Schildkröten. Zu dem Zeitpunkt konnte ich noch nicht gut schnorcheln und tauchen schon gar nicht. Die Maske drückte mir immer ins Gesicht und meine Ohren schmerzten. Mittags machten wir Halt auf Gilli Air. Wir folgten nicht der Menge zu einem Restaurant ins Dorf, sondern setzten uns in ein gemütliches Restaurant ans Wasser. Abends ging’s auf den Hügel auf Gilli Travangan und bei einem kühlen Bier genossen wir den Sonnenuntergang mit Mt. Agung als Kulisse. Heute aß ich auf dem Nachtmarkt zur Ausnahme mal Fisch, red snapper. Da es auf den Gillis keine Polizei gibt, wird fleißig mit Marihuana gehandelt. Da es sich ja um eine weiche Droge handelt und wir gefragt wurden, kauften wir einfach mal einen Joint. Der Typ kam nach ein paar Minuten zurück mit einer selbst gerollten Zigarette, die er uns als Joint verkaufte. Später merkten wir, dass es sich nur um Tabak handelt. Ich hasse Tabak. Lustigerweise wollten wir den Typen dann auch noch zur Rede stellen. Er war dann aber nicht mehr auffindbar. Was lernen wir daraus? Richtig keine fertig gerollten Joints kaufen. Wir kamen uns vor wie die letzten Volldeppen.

Morgens (11.10.2013) Sang wieder der Muezzin. Ich schlief gut und hörte ihn nicht. Der richtige Spaß auf den Gillis sollte heute los gehen. Gestern hatten wir ein paar Tauchschulen auf Gilli Air abgeklappert. Am Abend meldeten wir uns dann bei Ocean 5 telefonisch an. Alvaro hatte nicht viel Zeit, daher fingen wir heute schon mit einem Open Water Dive Course an. Mit dem Wassertaxi, das erst 40.000 IDR bzw. 35.000 IDR kosten sollte und am Ende 30.000 IDR kostete, setzten wir über auf die entspannte Insel Gilli Air. Wir übersprangen die “Pärcheninsel” Gilli Meno, die zwischen Gilli Tralala und Gilli Air liegt. Direkt nach unserer Ankunft ging es auch schon los mit dem Tauchkurs. Das Einführungsvideo lief bei unserer Ankunft schon und wir setzten uns dazu. Unsere Tauchlehrerin hieß Janneka und kommt aus Holland. Wir waren 4 Schüler im Kurs: Alvaro, Ian ein Amerikaner, Raf ein Fotograf und ich. Nach dem Video ging es auch gleich in den Pool. Dort machten wir unsere ersten Übungen: Umgang mit dem Schnorchel, Nutzung des Mundstücks, unter Wasser schweben (neutral buoyance), etc. Das Schweben beeindruckte mich am Meisten. Es ist möglich nur durch Ein- und Ausatmen auf- und abzutauchen. Nachdem man das verinnerlicht hat, ist das Tauchen erstaunlich mühelos. Nachmittags ging es dann schon zum ersten Tauchgang, das ging schnell. Anfangs hatte ich Probleme mit dem Druckausgleich der Ohren. Ich hatte das Prinzip noch nicht verstanden. Nach kurzer Zeit war es kein Problem mehr. Der erste Tauchgang ist natürlich am faszinierendsten. Es ist eine ganz andere Welt. Seht euch einfach die Fotos an. Nach einem weiteren Briefing und zwei Videos war der Tag gelaufen. Noch nicht ganz. Alvaro und ich mussten noch eine Unterkunft suchen. Wir folgten Ian auf die Westseite der Insel. Dort hatte er einen Bungalow gemietet für 150.000 IDR. Nach etwas verhandeln bekamen wir den gleichen Preis wie Ian inklusive Frühstück. Wir hatten gepokert, weil wir schon Anstalten machten weiter zu gehen. Eigentlich hatten wir nämlich keine Lust mehr weiterzusuchen. Die Leute hier waren im Vergleich zu Gilli Tralala von einem anderen Schlag. Lebenskünstler, Unternehmer die remote arbeiteten, etc. Das Abendessen am Strand war der perfekte Ausklang für einen gelungenen Tag. Ganz nebenbei hatte ich immer noch Brustschmerzen vom Surfen auf Bali, schlimm.

Heute (12.10.2013) waren wir wieder den ganzen Tag in der Tauchschule. Nach dem Frühstück am Strand ging es in den Pool. 200 Meter schwimmen, 10 Minuten auf der Stelle schwimmen, einfach. Alvaro hatte zu kämpfen und schummelte ein bisschen. Nach zwei weiteren Videos wieder zurück in den Pool. Danach war Feierabend und des ging zurück zum Bungalow. Beim Abendessen machte uns der Besitzer der Anlage ein Angebot zum Mt. Rinjani Trekking für 1.500.000 IDR. Alles inklusive mit Transport hin und zurück. Dort kam ich das erste Mal mit diesen Angeboten in Berührung.

Wir mussten morgens 45 Minuten auf unser Nasi Goreng warten (13.10.2013), komisch. Wir waren unter Zeitdruck, um 8 Uhr sollten wir an der Tauchschule sein. Wir fuhren direkt zum shark point. Dort sollten wir dann die schwierigste aller Übungen machen. Aus 6 Meter tief langsam und kontinuierlich auftauchen und dabei langsam und kontinuierlich ausatmen. Nach ein paar Metern hatte ich keine Luft mehr, musste aber weiter ausatmen. Das ging bei uns allen ans Limit. Niemand hatte Erfahrungen im Freitauchen. Wenn man weiß, dass man noch etwas 50% Luft hat sobald der Körper einen Atemreflex bekommt, geht man sehr viel gelassener an die Sache und verbraucht dadurch nochmal weniger Luft. Insgesamt ist das alles eine rein mentale Sache. Ich habe bei dem ganzen Tauchen jedenfalls eine Menge über meine eigenen Limits gelernt. Dabei wurde mein Interesse für das free diving geweckt. Mittlerweile kann ich ohne Probleme 6 Meter tauchen, nichts besonderes für einige, für mich schon. Leider mussten wir nach der Übung den Tauchgang abbrechen. Janneke, unsere Tauchlehrerin konnte den Druck in ihren Ohren nicht mehr ausgleichen. Auch das passiert. Nach ein paar weiteren Übungen an der Oberfläche, ging es zurück. Nach einer kleinen Pause dann weiter zum Batfish Reef. Wieder machten wir Übungen an der Oberfläche. Danach ging es runter. Die ersten paar Tauchgänge konnte ich nicht so sehr genießen. Es dauert einige Zeit bis man das Schweben im Wasser so beherrscht, dass man sich nicht mehr darauf konzentrieren muss. Nachmittags gings zum Hans Reef und abends machten wir bereits unser Exam, das ich mit 92.5% bestand 🙂 Danach wurde beim gemeinsamen Abendessen der Abschluss des Theorieteils gefeiert.

I told you so (14.10.2013). Alvaro würde heute abreisen. Ich wollte die Bungalow Abrechnung vor dem Frühstück machen. Er wollte sich nicht stressen lassen. Am Ende machten wir die Abrechnung danach. Es waren einige Fehler in der Abrechnung. Am Ende bezahlten wir viel zu wenig. Egal, wir hatten keine Zeit lange zu diskutieren. Wir mussten zur Tauchschule und unseren letzten Tauchgang machen. Den konnte ich am meisten von allen Tauchgängen genießen. Ich musste mich nicht mehr so sehr darauf konzentrieren zu navigieren, sondern konnte mich voll und ganz auf die Umgebung konzentrieren. Am Ende gab es den vorläufigen Open Water Diver Ausweis. Zum Abschluss aßen wir alle zusammen zu Mittag. Nun war es soweit. Alvero und ich verabschiedeten uns. Es ist immer wieder ein komisches Gefühl jemanden gehen zu sehen und dann wieder alleine dazustehen. Aber so ist das nun mal, wenn man alleine reist. Man trifft immer wieder neue Leute. Ich war erst mal wieder planlos wie so häufig während meiner Reise. Aber das muss nicht schlecht sein, im Gegenteil, man kann sich treiben lassen und Entscheidungen einfach mal kurzfristig und aus dem Bauch heraus treffen. Ich würde erstmal noch eine Nacht im Bungalow bleiben und entscheiden wie es weiter gehen soll. Meine kleine Mission war nachmittags eine junge Kokosnuss zu trinken. Das war schwerer als erwartet. Die Insel ist voller Kokosnussbäume. Jedoch, kaum jemand pflückt sie. Dann fand ich Roxanne. Ich hatte sie vorher schon auf Gilli Travangan auf dem Nachtmarkt mit Alvaro getroffen. Wir unterhielten uns ein bisschen und tranken dann zusammen Kokosnuss. Nach der kurzen Begegnung trennten sich unsere Wege wieder. An der Safari Bar treffen sich die Leute von Ocean 5 regelmäßig. Von dort kann man auch wunderbar den Sonnenuntergang sehen. Unser Abschlussessen vom Tauchkurs gab es in der Chillout Bar. Heute ging es spät ins Bett. Mal sehen was morgen geht.

Es war der Tag der Entscheidung (15.10.2013) aber auch der bösen Überraschung. Beim Frühstücken meinte der Besitzer, er hätte noch eine Rechnung gefunden. Ich sollte noch 300.000 IDR nachzahlen. Ich vertagte die Debatte und sollte noch eine weitere Nacht bleiben. Morgens entschied ich mich für einen Fundive bei Ocean 5. Sehr cool, ich sah zwei kleine Haie und auch wieder ein paar Schildkröten. Im Warung Kampung, in dem ich in Zukunft häufig essen sollte, gab es zu Mittags Gemüsecurry für 15.000 IDR. Nunja, das war der Tag der Entscheidung. Aber was sollte ich machen. Ich hatte Lust auf free diving. Ich hatte schon mal trocken versucht die Luft für über 2 Minuten anzuhalten. Der Rinjani Treck stand auch noch offen. Oder sollte ich einfach weiterziehen? Es gab eine Bootstour nach Flores. Das wäre sicherlich auch ganz spannend. Oder doch den Advanced Open Water Schein machen? Fragen über Fragen. Ich machte mich erst mal über das Mt. Rinjani Trekking schlau. Es gab Angebote zwischen 1.200.000 und 2.000.000 IDR. Der Unterschied lag wohl in der Ausrüstung. Niemand konnte einem genau sagen welche Ausrüstung genau verwendet würde. Das Wetter sah für den Rinjani für die nächsten Tage auch nicht gut aus. Ich war aber schon angefixt und wollte den Treck machen. Vielleicht würde das Wetter ja besser werden. Daher wollte ich erstmal noch ein paar Tage auf der Insel bleiben. Schließlich war der Tauchkurs ja recht stressig. Weil ich Geld sparen wollte, nahm ich mir ein Bungalow im Dorf für 70.000 IDR. Ich zahlte fast genauso viel wie noch mit Alvaro aber der Standard war extrem niedrig. Die Hütte war staubig, schäbig und in der Nasszelle konnte man sich nur mit Schuhen vorbewegen. Ich machte den Fehler für 3 Tage zu zahlen. Am Ende sollte es der ultimative Test sein, wie niedrig mein Unterkunftsstandard sein durfte. Dieser hier war eindeutig zu niedrig. Wie auch immer. Eine Nacht blieb ich noch im Matahari Bungalow. Dort gab es heute kein Abendessen. Irgendwas von wegen muslimischer Feiertag. Daher musste ich auf eine spanische Bar ausweichen. Am Ende war es ein Tag der aufgeschobenen Entscheidungen.

Nach dem Frühstück (16.10.2013) studierte ich die offenen Rechnungen. Einige Posten waren nicht korrekt, die würde ich auch nicht bezahlen. Die extra Portion Frühstück der letzten beiden Tage würde ich auch nicht bezahlen. Ich müsste ja jetzt schließlich auch für Alvaro bezahlen. Überhaupt würden sie gar kein Geld bekommen, wäre ich mit Alvaro abgereist. Am Ende zahlte ich 80.000 IDR für Alvaro. Dafür kann er mich mal in Barcelona zum Essen einladen 😀 Dann zog ich auch schon ein in meinen Bretterverschlag. Danach gab es einige organisatorische Dinge zu erledigen. Wasser füllte ich auch jetzt das erste Mal auf. Warum hatte ich das vorher nicht gemacht? Nachmittags ging ich kurz schnorcheln. Eine dumme Idee. Es war gerade low tide und nicht einfach ans Korallenriff zu kommen. Insgesamt war es aber dennoch ganz ok und ich verletzte mich nicht an den scharfen Korallen. Später sollte ich lernen, dass es am besten ist bei upcoming tide zu schnorcheln. Dann wird das klare Wasser in die Korallen gedrückt. Doppelt dumm bei der Aktion war die leichte Ohrenentzündung, die ich mir durch das schmutzige Wasser geholt hatte. Später sollte ich dann immer meine Ohren mit Trinkwasser spülen, nachdem ich im Meer war. Das lernte ich von den Tauchlehrern. Nachmittags traf ich Roxanne. Sie bezahlte nur 80.000 IDR für einen Bungalow mit Steinwänden, the real deal, haha. Abends konnte ich kaum einschlafen. Es war sehr staubig und schwül in meiner Bruchbude.

Um 4:30 (17.10.2013) Uhr plärte mich der Typ (Muezzin) von der Moschee aus dem Schlaf. An die vielen Hähne hatte ich mich schon halbwegs gewöhnt aber das. Ok, der Gesang des Muezzin war zugegebenermaßen nicht so schlecht. Um 5:50 Uhr schaute ich mir den Sonnenaufgang hinter Mt. Rinjani an. Was für ein Massiv, der Treck war unausweichlich. Die letzten Tage hatte ich etwas Zeit meinen Blog weiterzuschreiben. Dabei saß ich viel in den Strandbars und schaute auch oft aufs Meer und auf den Rinjani. Das Wetter sollte noch weitere 5 Tage schlecht bleiben, verdammt nochmal. Also doch den Advanced Open Water Tauchschein machen und hoffen, dass das Wetter auf dem Berg besser wird.

Allmorgendlich (18.10.2013) grüßt der Muezzin um 4:30 Uhr. Um 6:50 Uhr dann aufstehen. Der Bungalow fällt auseinander. Das Gitter des Ventilators viel über Nacht runter, das war ein Zeichen. Nach dem Frühstück half ich beim Gilli Clean Day mit. Freiwillige sammeln auf der Insel Müll ein, zumeist mit den Händen. Es machten auch ein paar Insulaner mit, super. Die Initiative wurde möglicherweise von den Tauchschulen angestoßen. Diese machen auch die house reefs sauber. Es ist traurig wieviel Müll von Lombok auf die Inseln gespült wird. Es gibt nur zwei Dinge, die unendlich sind: Die Dummheit des Menschen und das Universum. Bei zweitem war sich Einstein nicht sicher. Es war Zeit wieder aufzusteigen. Ich zog bei Roxanne als Nachbar ein. Sie hatte vermittelt. Es war nichts besonderes aber ein Luxus im Vergleich zu meiner vorherigen Baracke. Echte Wände, wow, danke Roxanne. Heute fing ich auch mit meinem Advanced Open Water Course an. Meine Spezialbereiche waren Nachttauchen, Tieftauchen, Fisch Erkennung, Schweben im Wasser verbessern und Navigation unter Wasser. Hinzu kam die Spezialität Nitrox. Nach dem Mittagessen fing ich mit dem Theorieteil an. Danach ging es zum ersten Tauchgang mit Nitrox. Der Tauchgang verlief nicht gut. Ich sollte während des Tauchens Fische zeichnen, um sie danach Anhand von Büchern zu identifizieren. Janneke schwam mit einer Tauchschülerin vor. Viel zu schnell für mich. Ich hatte kaum Zeit auch nur eine Linie zu zeichnen. Dann plötzlich ein stechender Schmerz hinter meinem Auge. Die Strömungen waren heute stärker als sonst. Sie trieben uns auf uns ab. Wir schwammen weiter und es passierte noch 4 bis 5 Mal. Ich machte das Zeichen, dass etwas nicht stimmte. Janneke verstand nicht. Ich schrieb es auf die Tafel: pain behind eye. Wir brachen ab. Ich weiß bis heute nicht woran es lag. Eine Nebenhöhle musste wohl verstopft sein. Meine Nase war aber nicht verstopft. Vielleicht lag es auch an den leichten Ohrenschmerzen. Die hatte ich aber auch schon beim Open Water. Bald war ich zurück im Bungalow und um halb zehn im Bett, ich hatte keine Energie mehr.

Um 4 Uhr (19.10.2013) wachte ich auf. Ich hörte einen komischen Mix aus Muezzin, Hähnen und Technomusik von einer Strandbar. Beim Frühstücken bemerkte ich, dass es für mich schon komplett normal geworden war, dass Pferdefuhrwerke auf den Straßen rumfahren. Die Leute wässern täglich die Straßen, damit der Staub nicht in die Häuser weht und viele weitere kleinere und größere Details. Heute wollte ich nicht tauchen. Ich hatte zu viel Angst, dass der Schmerz zurück kommt. Ich machte den ganzen Tag Theorie in der Tauchschule.

Vormittags (20.10.2013) war noch Theorie dran und nachmittags ging es dann zum Navigationstauchen. Nicht so tief im house reef. Ziel der Spezialität war es unter anderem mit Kompass bewaffnet und unterschiedlichen Techniken, wie Flossenschläge zählen oder nur mit zählen zu navigieren. Janneke brachte mich zu unterschiedlichen Stellen und ich musste zurück navigieren ohne auf die Umgebung zu achten. Dabei passierte etwas sehr faszinierendes. Als ich dabei war, zurück zum Ausgangspunkt zu schwimmen, geriet ich in einen Fischschwarm. Als ich etwas weiter schwamm, sah ich, dass der Schwarm von größeren Fischen gejagt wurde. Ich war mitten im Geschehen, musste mich aber auch auf den Kompass konzentrieren. Obwohl Janneke kurz hinter mir war, sah sie nichts von dem Spektakel. Der Schmerz war trotz allem immer noch etwas abgeschwächt da. Ich nahm zur Bekämpfung Paracetamol. Nach weiterer Theorie, sollte es abends zum Nachttauchen gehen. Ich sagte ab. Meine Nase war verstopft. Es ging wieder früh ins Bett.

Heute (21.10.2013) setzte ich wieder mit dem Tauchen aus. Ich machte nur Theorie und bestand dann am frühen Abend den Nitrox Test. Abends war ich wieder an der Safari Bar. Hier wurden mir auch das erste Mal die Philippinen als Reiseziel empfohlen. Abendessen gab es im Warung Bamboo, der seit ein paar Tagen mein favorisierter Warung war. Der Besitzer brachte mir ein bisschen Indonesisch bei.

An den Muezzin hatte ich mich schon gewöhnt (22.10.2013). An die Hähne immer noch nicht. Um 5:30 Uhr wurde ich von ihnen geweckt. Frühstück gab es wieder vom Warung Muslim. Janneke holte sich dort immer mit ihrem Freund Nasi Campur. Das wurde jetzt auch mein lieblings Frühstück. 10.000 IDR kostete es und war schön scharf. Heute aß ich mit Roxanne zusammen auf der Terrasse Nasi Campur. An diesem Tag ging es nicht zur Tauchschule. Die Theorie war sogut wie vorbei und tauchen wollte ich noch nicht wieder. Ich ging meiner Lieblingsbeschäftigung nach: Im Strandcafé ausruhen. Nachmittags auf dem Weg zur Safari Bar, bot mir eine Familie frisch gepflückte Kokosnuss an. Ich lehnte aus Verlegenheit ab, leider. Die Stimmung in der Bar war gut und high. Ich blieb auf dem Boden, da ich morgen tauchen wollte.

Es hieß die Tauchgänge nachzuholen (23.10.2013). Glücklicherweise hatte ich keine Schmerzen. Der erste Tauchgang sollte die Probe sein. Es war der Tieftauchgang mit einer Tiefe von bis zu 30 Metern. Nach einer halben Stunde Pause an Land ging es zum zweiten Tauchgang. Den startete ich sogar mit einem negativ entry. Mittags gab es Nasi Campur, zum zweiten Mal heute 🙂 Abends ging es zum Nachttauchgang. Das war der entspannenste Tauchgang von allen. Es war das house reef und wir bewegten uns nur ein paar Meter. Immer auf der Suche nach kleinen Meereslebewesen. Als krönender Abschluss spielten wir beim Auftauchen mit leuchtendem Plankton. Das Plankton fängt an grün zu leuchten, sobald man beispielsweise die Hände im Wasser bewegt. Damit hatte ich nun den Advanced Open Water Tauchschein. Abends ging es wieder zum Warung Bamoo. Der Tag lief super, viel besser als erwartet. Ich war vorher gelähmt von der Angst wieder die stechenden Schmerzen zu haben.

Ich musste mich erst mal einen Tag (24.10.2013) ausruhen. Morgens Essen von Warung Muslim, später wieder Strandbar und Optionen abwägen. Am Horizont wie immer Mt. Rinjani.

Nun (25.10.2013) wurde es auch mir zu langweilig. Morgens schaute ich am Perama Office vorbei. Perama bietet unter anderem Schiffstouren nach Flores an. Leider war niemand dort. Im Shop gegenüber sagte man mir, dass der Mann vom Office Vater geworden sei und erst mal niemand im Office sei. Naja, auch wenn die Wettervorhersage für Mt. Rinjani immer noch nicht perfekt war, dann soll es so sein. Am Hafen fragte ich einen der vielen Anbieter. Der Anfangspreis lag bei 1.200.000 IDR. Ich handelte auf 1.100.000 IDR runter, was für die Gillis kein schlechter Preis ist. Im Vergleich zum Reiseführer war es sehr viel günstiger. Nachdem mir aber niemand sagen konnte wie sich der Preis auf die Qualität auswirkt, nahm ich das günstigste Angebot. Die Führer werden von einer Art Nationalparkverwaltung vorgegeben. Ob die Matten in den Zelten dünner sein oder das Essen schlechter schmecken würde, war mir jetzt auch egal. Wir würden ja sehen. No risk no fun.

Nachdem ich das letzte mal mein Nasi Campur vom Warung Muslim gegessen hatte (26.10.2013), hieß es Abschied nehmen. Bye Ocean 5 und bye Roxanne. Genauso wie ich, blieb auch sie länger als gedacht auf den Gillis hängen 🙂 Um 8:30 Uhr legte mein Wassertaxi nach Bangsal auf Lombok ab. Hinter mir wurden die drei Gillis Travangan, Meno und Air immer kleiner. Auf zu neuen Höhen 🙂

1 reply on “Gilli Travangan und Gilli Air”

Hi Philipp,
ich hab das leider erst heute alles gelesen. Warum so spät weiß ich nicht. Das sind ja tolle Abenteuer! Was Du jetzt gerade treibst, weiß ich natürlich nicht. Ich dachte schon, Du würdest Weihnachten zurückkommen. So kann ich Dir nur ein schönes Fest wünschen, wo immer Du auch bist.
Adina treibt sich zur Zeit in New Zealand herum und schreibt auch eifrigst Berichte.
Alles Gute weiterhin und 1000 Grüße von Oma

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